PRODUKTBESCHREIBUNG

Testbericht HS 101V zur gynäkologischen Untersuchung der Sau


Johannes Kauffold, PD Dr. med. vet. habil., ECPHM
Department of Clinical Studies, New Bolton Center, School of Veterinary Medicine, University of Pennsylvania, Kennett Square, PA, USA

Das HS 101V ist ein neu entwickeltes Ultraschallgerät von HONDA Electronics (Tokio, Japan), das im deutschsprachigen Raum von der Firma PHYSIA GmbH (Neu-Isenburg) vertrieben und betreut wird. Das Gerät ist für den Einsatz in der Großtierpraxis gedacht und soll vor allem zur Klärung gynäkologischer Fragestellungen bei Rind, Schwein und kleinen Wiederkäuern Anwendung finden. Das Ultraschallgerät erscheint hochwertig. Es wiegt keine 2 kg, ist mit einem Gurtsystem ausgerüstet und eignet sich damit bestens zum mobilen Einsatz. Das aus Plastik gefertigte Gehäuse ist gegen äußere mechanische Einwirkungen zusätzlich durch eine abnehmbare Silikonhülle geschützt. Die Oberfläche des Gerätes ist glatt, so dass Reinigung und Desinfektion leicht fallen. Obwohl wesentliche Bedienelemente doppelt ausgelegt und beidseitig symmetrisch angeordnet wurden (für Links- und Rechtshändler), ist das Gerät damit keinesfalls überladen. Auf Unnötiges wurde konsequent verzichtet. Der LCD-Monitor liefert Bilder hochwertiger Qualität. Das Gerät besitzt eine interne, leichte Batterie, die voll aufgeladen zwei Stunden hält. Zusätzliche Batterien sind erhältlich und bei Bedarf (aufgrund des geringen Gewichtes) mühelos auch während der Untersuchungen mitzuführen. Das HS 101V bietet alle Funktionen, die man von heutigen Geräten erwarten kann: Helligkeit, Schallverstärkung, Bildfrequenz, Eindringtiefe, Fokuszonen etc. sind veränderbar und individuell zu adaptieren. Eine simple Messfunktion ist integriert. Standbilder sind erzeugbar. Bis zu 60 Standbilder können gespeichert und anschließend über einen USB Anschluss ausgelesen werden. Hat sich der Untersucher mit der Menüführung vertraut gemacht, ist die Bedienung auch während des Betriebes einfach. Drei Schallköpfe sind verfügbar: ein 3,5 MHz Convex-, ein 5 MHz Linear- und ein 5 MHz Microconvex-Schallkopf. Der 3,5 MHz Convex-Schallkopf: Dieser Schallkopf ist zur transkutanen Untersuchung beim weiblichen Schwein geeignet, liegt gut in der Hand und lässt sich deshalb einwandfrei handhaben. Das Kabel des Schalkopfes ist zum Teil spiralig gewunden, im „Ruhezustand“ ca. 60 cm lang, während der Untersuchung leicht auf ca. 1,80 m dehnbar und derart konzipiert durchaus vorteilhaft, da der oftmals lästige Umgang mit den ansonsten üblicherweise langen Kabeln („Wo hin damit?“) entfällt. Obwohl die mit 3,5 MHz erzeugten Bilder weniger detailgetreu als solche sind, die bei Verwendung höherer Frequenzen entstehen, generiert das HS 101V überraschend gute Bilder. Es war einfach, Sauen unabhängig von der Aufstallungsform (Großgruppe, Kastenstand) bereits am Tag 20 nach Belegung als tragend zu erkennen. Spätere Trächtigkeitsstadien waren kein Problem. Fruchtflüssigkeit sowie Embryonen und Feten oder der ingravide Uterus waren immer darstellbar. Der fetale Herzschlag konnte ab ca. 35. Graviditätstag erkannt werden. Die Eindringtiefe war problemlos während der Untersuchung an die jeweiligen Erfordernisse adaptierbar. Endringtiefen zwischen 10 und 14 cm waren zu favorisieren. Höhere Endringtiefen von bis zu 24 cm (Maximum) waren gelegentlich und vor allem dann von Vorteil, wenn größere Strukturen wie zum Beispiel Feten fortgeschrittener Trächtigkeitsstadien dargestellt werden mussten (Vorteil gegenüber Geräten, die mit höheren Frequenzen arbeiten). Größere echolose ovarielle Strukturen wie zystös entartete Ovarien oder sprungreife (präovulatiorische) Follikel waren ohne große Mühe darstellbar, während zur Visualisierung kleinerer Follikel Schallköpfe mit einer höheren Frequenz der Vorzug gegeben werden sollte. Die 5 MHz Linear- und Microconvex-Schallköpfe: Beide Schallköpfe sind zur trankutanen Untersuchung des weiblichen Schweins geeignet. Mit dem Linearschallkopf kann zudem tranrektal untersucht werden. Der Microconvex-Schallkopf ist besonders gut handhabbar, da er schlank ist und sich ohne große Kraft halten lässt. Beide Schallköpfe liefern exzellente Bilder. Tragende Sauen sind deshalb bereits am 19. Tag nach vorangegangener Belegung zu erkennen. Ovarielle Strukturen, wie Zysten, Gelbkörper sowie mittelgroße und große Follikel (4–10 mm) sind kein Problem. Der ingravide Uterus ist darstellbar und lässt sich in seiner Echotextur und Echogenität beurteilen, so dass auch pathologische Zustände diagnostizierbar sind.

Zusammenfassung: Das HS 101V ein sehr gutes Ultraschallgerät und zum Einsatz beim weiblichen Schwein bestens eignet. Es überzeugte durch seine Solidität, die Langlebigkeit verspricht, und durch hochwertige Bilder. Die Wahl des Schallkopfes sollte sich an den individuellen Zielen orientieren. Ist das Ziel, das Gerät ausschließlich zur Trächtigkeitsuntersuchung zu verwenden, wäre der 3,5 MHz Convex-Schallkopf ausreichend. Sollen auch ingravider Uterus und Ovarien beurteilt werden, sind Schallköpfen mit der höheren Frequenz von 5 MHz zu bevorzugen. Während der Linearschallkopf auch transrektal genutzt und bei anderen Spezies wie Rind und Pferd zur gynäkologischen Untersuchung Anwendung finden kann, ist der 5 MHz Mikroconvex-Schallkopf immer dann zu bevorzugen, wenn einfachste Handhabung am Schwein die vorrangige Prämisse ist.

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